Jahrestagung 2008 des mst-Netzwerk Rhein-Main
"Mikrosystemtechnik in Analytik und Diagnostik"

Mainz, 10.6.2008.- Die vierte Jahrestagung des mst-Netzwerks Rhein-Main e.V. in Mainz stand unter dem Thema "Analytik und Diagnostik". Rund 100 Teilnehmer aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet waren in das Institut für Mikrotechnik Mainz (IMM) gekommen, um den Bogen zu spannen von der diagnostischen Gerätetechnik über therapeutische Systeme bis hin zur Herstellung der Mikrosysteme. Die Veranstalter hatten mit dem IMM ein führendes Institut für Mikrosystemtechnik in Deutschland als Tagungsort gewinnen können.
Prof. Dr. Gerhard Wegner, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IMM: "Das mst-Netzwerk ist ein entscheidendes Instrument, um Industriepartner für unsere Verbundforschung zu gewinnen." Prof. Dr. Helmut F. Schlaak, Vorstandsvorsitzender des mst-Netzwerk Rhein-Main e.V.: "Mit unserer Jahrestagung in Mainz haben wir Firmen und Institute aus der hiesigen Umgebung in Rheinland-Pfalz für unsere Netzwerkarbeit interessiert. Forschungsergebnisse und Wertschöpfungsketten sollten schließlich nicht an Ländergrenzen halt machen." Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Rheinland-Pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen.
"Vom Messen und den Messwerten gehen wir zur Interpretation, d.h. zur Aussage des Messergebnisses für den Anwender. Genau diesen Spannungsbogen haben wir auf dieser Tagung erlebt", so Dipl.-Ing. Frank Neumann, Abteilungsleiter Feinwerktechnik beim Institut für Mikrotechnik Mainz, als Mitinitiator und Mitbegründer des Netzwerks im Vorstand. So diskutierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über Trends in der Anwendung und den daraus folgenden Anforderungen: von der Blutdiagnostik bis zu Dialysesystemen über die Funktion der Fluidsysteme und Grundelemente wie Kanäle, Filterstrukturen und Elektrophorese-Systeme. Mikrosysteme lassen sich für die Fluidik nur durch ausgefeilte Herstellungsverfahren realisieren. Hierzu gab es Beiträge über Herstellungsverfahren, Technologien und Werkstoffe. Dabei standen die Kunststofftechnologien und - für deren Herstellung - die hochpräzise Formgebung für die Werkzeuge im Vordergrund. Aber auch die Glastechnologie stellt eine sinnvolle Ergänzung zur Kunststofftechnologie dar und bietet interessante Möglichkeiten.
Schließlich wurde ein komplettes Chemielabor auf einem Silizium-Chip vorgestellt, in dem mehrere Technologien miteinander verbunden wurden. Auch die Schnittstellen von Mikrosystemen zur Außenwelt unter dem Slogan "Chip to world" stellten auf der Tagung Gesprächsstoff dar. "Das Symposium hat eine ganze Wertschöpfungskette vorgestellt. Diese kann nur funktionieren, wenn Kompetenz von den Fertigungsverfahren über die Komponenten zu den Systemen bis hin zur Anwendung vorliegt und zwischen den Akteuren der Wertschöpfungskette ausgetauscht wird", so Prof. Dr. Schlaak.
Programm
Die dazugehörigen Vorträge finden Sie hier.
Diagnostische Geräte – zuverlässig, einfach und wirtschaftlich
Dr. Torsten Matthias
Aesku Diagnostics GmbH, Wendelsheim
Fluidik in Analytik und Diagnostik
Dr. Klaus Stefan Drese
Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH, Mainz
Key-Note: Therapeutische Feedback-Systeme für die Hämodialyse
Prof. Dr.-Ing. Jörg Vienken
BioScience Dept., Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg
Mikrofunkenerosive Fertigungsmethoden in der Medizintechnik
Frank Neumann
Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH, Mainz
20 Jahre Mikrofluidische Systeme in Analytik und Diagnostik – Versprechen und Lösungen
Dr. Holger Becker
Microfluidic ChipShop GmbH, Jena
Vom Mikrosystem zum monolithischen Instrument – Technologien und Komponenten für das Chemielabor auf einem Mikrochip
Prof. Dr. Markus Böhm
Universität Siegen, Institut für Mikrosystemtechnik, Siegen
Herstellung mikrofluidischer Strukturen in Glas
Dr. Thomas R. Dietrich
microglas chemtech GmbH, Mainz
